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Gesundheits- und Krankenpflegerin Sabrina Jeckel
Über die Arbeit auf der AkutstationÜber die Arbeit auf der Akutstation

Arbeiten auf einer Akutstation in der Erwachsenenpsychiatrie?

Sabrina Jeckel gibt einen Einblick in ihre Arbeit und spricht über ihre Motivation, von Beginn an im Bereich der Akutpsychiatrie zu arbeiten. Die 33-Jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin ist seit 01.08. kommissarische Leitende Pflegekraft der beschützten Akutstation im Philippshospital bei Vitos Riedstadt.  Hier werden Patient/-innen versorgt, die an einer akuten psychischen Krise leiden.

 

Bedeutend: Wir eröffnen Patient/-innen in einer akuten Notlage wieder Perspektiven

Die Ausgangslage der Patientinnen und Patienten, die auf die Akutstation kommen, ist unterschiedlich. Sie leiden an verschiedenen Erkrankungen und auch die Auswirkungen sind vielfältig. Keine Schicht ist vorhersehbar. Die Arbeit auf einer Akutstation ist daher eine Herausforderung. Allen Patient/-innen gemein ist aber, sie in dieser akuten Notlage zu stabilisieren, ihnen neue Perspektiven zu eröffnen mit dem Blick darauf, sie wieder zurück in ihr Leben zu bringen. „Ich habe mich bewusst für die Arbeit auf der Akutstation entschieden, hier kann ich Menschen wirklich helfen“, sagt Sabrina Jeckel gleich zu Beginn. Ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin hat sie in einem somatischen Krankenhaus in der Region absolviert. Während eines Praxiseinsatzes lernte sie die Arbeit in der Psychiatrie kennen, den die junge Frau im Philippshospital von Vitos Riedstadt absolvierte. „Ich war sofort schockverliebt, das muss man so sagen“, erzählt sie lachend. „Ich habe das Gefühl, ich tue etwas Gutes und kann Menschen wirklich helfen. Es ist ein toller Beruf, bei dessen Ausübung ich viel Positives für mich mitnehmen kann“, beschreibt sie ihre Motivation.

Nach ihrer Ausbildung zog es sie in die Akutpsychiatrie. Sieben Jahre war sie in der Erwachsenenkrankenpflege und zwei Jahre in der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig. Um diese Arbeit zu vertiefen studiert sie berufsbegleitend Pflegemanagement. Anfangs arbeitete Jeckel parallel im Zentralen Aufnahme –und Belegungsmanagement des Philippshospitals, das sie maßgeblich mit aufbaute. Jetzt ist sie zurück auf der Station der Akutpsychiatrie als kommissarische Leitende Pflegekraft.

Die Arbeit in der psychiatrischen Pflege: Arbeiten im multiprofessionellen Team

Die Arbeit in der Pflege der Psychiatrie ist eine besondere Arbeit, auf einer Akutstation sogar noch etwas spezieller „Der Unterschied als Pflegekraft in der Psychiatrie ist beispielswiese, dass wir auf Augenhöhe mit dem gesamten Team arbeiten“, erklärt uns Jeckel. Arbeiten bei Vitos Riedstadt bedeutet Arbeiten im multiprofessionellen Team. „Hier ziehen alle Berufsgruppen an einem Strang und arbeiten gemeinsam daran, die Patient/-innen zu unterstützen“, ergänzt sie. Jede Berufsgruppe bringt ihre Expertise ein. Jeder Patient ist individuell und es Bedarf unterschiedlicher Behandlungsmaßnahmen.

 

Die Aufgabe: Herausfordernd, vielseitig, erfüllend, individuell für jeden Erkrankten

„Zu uns auf die Akutstationen kommen Menschen in einer ausweglosen Situation. Sie sind verzweifelt, manche sind schweigsam, andere aggressiv, sie sind suizidal und sehen keinen Ausweg. Die Patient/-innen kommen teilweise freiwillig, manche werden von ihren Angehörigen gebracht. Es gibt aber auch Patient/-innen, die durch die Polizei oder den Rettungsdienst eingewiesen werden – gegen ihren Willen. „Mein Job ist es, einen Zugang zu diesem Patienten zu bekommen und mit ihm gemeinsam herauszufinden, welcheUnterstützung er benötigt.“, erklärt sie ihre Aufgabe. „Wir versorgen beispielsweise Menschen, die eine schwere Depression haben, vielleicht auf Grund eines Jobverlust, Gewaltopfer, Suchterkrankte, Angststörungen“ und beschreibt sehr empathisch ihre Arbeit weiter: „Mit viel Ruhe und Zeit gehe ich auf die Patient/-innen ein. Es braucht das nötige Feingefühl, die Situation richtig einzuschätzen. Ich baue eine professionelle Beziehung zu diesem Menschen auf. Manchmal hilft es einfach nur nebeneinander zu sitzen und zuzuhören, spazieren zu gehen oder schweigend einen Kaffee zu trinken.  Manchmal reagiert ein Patient auch auf eine Entspannungsübung mit einem Igelball, manchmal aber ist der Patient allerdings auch sehr aufgebracht und gewalttätig. Hier muss man deeskalierend auf ihn einwirken“. Für jede Situation fühlt sie sich bei Vitos Riedstadtgut aufgehoben. „Ich habe mit einer guten Ausbildung und verschiedene Weiterbildungen das nötige Rüstzeug von Vitos mitbekommen“, entgegnet sie gelassen. Einen Tagesablauf kann die Kollegin nicht beschreiben, wirklich jeder Patient wird aufgrund seiner Ausgangslage individuell betreut und behandelt.

 

Gemeinsam stark: Ich kann mich in jedem Moment auf die Anderen verlassen

Ist das nicht belastend? Sabrina Jeckel muss hier nicht überlegen. Das Lächeln kommt zurück in ihr Gesicht während sie bestimmt sagt „Wir arbeiten hier in einem starken Team. Ich kann mich in jedem Moment auf die Anderen verlassen. Wir verstehen uns gut, haben Spaß an unserer Arbeit und schätzen einander. Wenn es einmal schwierig ist, finden wir gemeinsam Lösungen“. Was ganz wichtig ist, keinen Angriff eines Patienten – sei es verbal oder auch mal handgreiflich – persönlich zu nehmen. „Der Patient befindet sich in einer akuten Notlage, er kann gerade nicht anders. Ich bin dazu fachlich ausgebildet, diesem Menschen in dieser Situation deeskalierend zu helfen. Das erlebe ich sogar als Stärke und nicht als Belastung“, erklärt sie. „Auch wenn die Arbeit auf der Akutstation für andere Menschen sehr herausfordernd klingt, es bereichert mich, einem verzweifelten Menschen eine Perspektive geben zu können und ihn dabei zu begleiten, zurück in den Alltag zu finden.“ 

Für die Zukunft gerüstet: Neue Kolleg/innen im Team gesucht

Was die frische kommissarische Leitende Pflegekraft aber umtreibt ist, dass sie ihre wichtige Arbeit auch in der Zukunft nur so gut machen kann, wenn genügend Kolleginnen und Kollegen da sind. „Wir brauchen Menschen, die wie ich Menschen in akuten Notlagen helfen möchten, die Feingefühl mitbringen und sich auch in anspruchsvollen Situationen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch Fachkräfte aus somatischen Bereichen sind herzlich willkommen. Das Fachwissen für die Psychiatrie kann bei Vitos noch erlernt werden.  Wer die Arbeit einmal kennenlernen möchte und sicher gehen will, dass er /sie sich hier wirklich wohl fühlt, dem bietet Vitos die Möglichkeit der Hospitation.

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